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2:37 (2006)
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| Originaltitel: 2:37 Land: Australien Jahr: 2006 Color: Farbe Genre: Drama FSK: 16 Länge: 95 Minuten Verleih: Senator Kinostart: 19.07.2007 Regie: Murali K. Thalluri Drehbuch: Murali K. Thalluri Inhalt: Um 2:37 Uhr sickert eine dicke Blutlache unter der verschlossenen Toilettentür einer High School hervor. Lehrer und Schüler versuchen verzweifelt, in den Raum zu gelangen. Jeder hat eine eigene Vermutung, wer sich auf der Toilette eingeschlossen hat. Für Melody, Steven, Sarah, Marcus, Luke und Sean beginnt der Schultag mit dem ganz normalen Wahnsinn: kurze Unterhaltungen auf den Gängen zwischen den Stunden, man bildet fragile Allianzen, um dem Mobbing der anderen standzuhalten. Jeder der sechs Schüler bietet mit seinen Problemen Angriffsfläche für den Spott der anderen. Einer von ihnen wird sich am Nachmittag in der Schultoilette einschließenÂ… Dem 20-jährigen australischen Regie-Neuling Murali K. Thalluri gelingt es, gemeinsam mit einer Riege neuer, junger Schauspieler, ein ergreifendes Porträt sechs verschiedener, problembeladener Teenager zu zeichnen. Vielleicht durch die altersbedingte Nähe wirkt Thalluris Darstellung einer High School so realistisch, wie man es im Kino lange nicht gesehen hat: Nichts in dieser Schule ist düster, alles wirkt freundlich und wohlgefällig - durch die Umgebung allein wird das Leben der Teenager aber nicht einfacher. Die Einsamkeit, die inmitten jugendlicher Menschenmengen herrschen kann, wird in jeder Figur, in jeder Episode spürbar. Scheinbar mühelos erzeugt Thalluri eine dramatische Resonanz, der sich der Zuschauer nicht entziehen kann. Dieser Regisseur hat nicht nur Talent, er hat ein Auge für die emotionalen Strömungen, die das Verhalten eines Jeden unterschwellig bestimmen - und die nicht annähernd mit dem Bild zu tun haben, das oft so forsch nach außen getragen wird. Inhalt Ein idyllischer Sommertag. Der Klang eines Knabenchors. Das Blätterdach der Bäume über dem Treiben im Hof einer australischen High School. Schüler drängen sich in den Treppenhäusern und Gängen. Es ist kurz vor drei Uhr. Der Schultag nähert sich seinem Ende. Ein Mädchen rüttelt an der Tür zum Toilettenraum: Verriegelt! Das Mädchen klopft und ruft, allmählich erregt sie Aufmerksamkeit. Ein Lehrer stößt dazu, der Hausmeister wird geholt. Und plötzlich quillt Blut unter der Tür hervor. Als der Toilettenraum mit einem Zweitschlüssel geöffnet wird, sind die Umstehenden schockiert von dem, was sich ihren Blicken bietet. Rückblende. Am Morgen verlassen Marcus und Melody, Bruder und Schwester, die elterliche Villa und fahren im Mercedes des Vaters zur Schule. Marcus ist ungeduldig, Melody in Tränen aufgelöst. In einer kurzen, schwarz-weißen Interview-Sequenz erzählt Marcus, dass er so werden will wie sein Vater - in möglichst schicken Büros möglichst viel Geld verdienen! - Melody spricht über ihre Liebe zu Kindern und Tieren, und darüber, dass ihr Vater keine Haustiere erlaubt. Auf dem Schulweg treffen sie den gutaussehenden Luke, den man kurz beim morgendlichen Onanieren sah. In seinem Interview redet Luke über die Nutzlosigkeit des Schulunterrichts, seine Freude am Sport und am Gewinnen. Drei weitere Schüler werden während ihrer morgendlichen Verrichtungen vorgestellt: Sean, der rebellische Außenseiter, der sich beklagt, dass junge Männer jederzeit scharf auf Frauen sein dürfen; sobald sie aber, wie er, Männer vorziehen, werden sie zur Zielscheibe allgemeiner Verachtung. Sarah, die Freundin von Luke, wünscht sich ein Leben als seine geliebte Ehefrau. Und Steven, dessen eines Bein länger ist als das andere und (was noch schlimmer ist), der aufgrund einer frühkindlichen Krankheit seinen Blasenschließmuskel nicht mehr kontrollieren kann. Er ist seit drei Monaten an dieser High School. Und man kann nicht behaupten, dass er mit seiner Behinderung auf Mitgefühl stößt. In der Schule herrscht die übliche Hektik vor Unterrichtsbeginn. Die sechs Teenager treffen sich und ihre Mitschüler. Wie Billardkugeln bewegen sie sich auf einander zu und prallen wieder auseinander. Marcus wird von Kelly in ein Gespräch verwickelt, Obwohl sie sichtliches Interesse an ihm hat, beendet er brüsk das Gespräch. Sean wird von Luke und seinen Freunden gehänselt, Sarah passt Luke bei jeder Gelegenheit ab, um zu knutschen. Die Szenen wiederholen sich, erst sieht man sie durch die Augen von Luke, von Sarah, dann von Sean. Melody telefoniert mit ihrer Mutter. Sie hat offensichtlich etwas auf dem Herzen - was sie bei diesem Telefonat aber nicht los wird. Marcus streitet mit einem Lehrer über seinen Aufsatz, den dieser offenbar beunruhigend findet. Marcus verteidigt sich: Er habe eine Liebesgeschichte geschrieben, wenn auch eine kontroverse, aber mit dem einzigen Ziel, gute Noten zu bekommen! Lukes Freunde ziehen über Sean her, Steven macht im Zeichenunterricht in die Hose. Vor der Klasse gedemütigt, geht er zur Toilette. Auf dem Weg erzählt er, was er schon alles versucht hat, um seine Schwäche in den Griff zu bekommen: Die einzige Möglichkeit aber ist, einen Satz identischer Kleidung zum Wechseln mit in die Schule zu bringen. Auf der Mädchentoilette macht Melody einen Schwangerschaftstest. Sarah kotzt ihr Pausenbrot ins Klo, voll Sorge um ihre Linie. Als Sarah den positiven Schwangerschaftstest entdeckt, glaubt sie, dass Melody mit Luke im Bett war: Die beiden verbindet eine enge Freundschaft, auf die Sarah schon lange eifersüchtig ist. Draußen sieht Steven dem Fußballspiel der Jungs zu, und träumt davon, ein Starkicker zu sein. Marcus erzählt von den Problemen mit seinem Vater, der nie zufrieden sei mit seinen Noten, obwohl er einer der Besten an der Schule ist. Er versucht, eine Chemie-Note verbessern zu lassen und bekommt Ärger mit der Lehrerin. Wütend stößt er Kelly beiseite, die ihn trösten will. Als die Sportklasse duscht, verschwindet Weiberheld Luke in einer Ecke und denkt an Sex. Aber ist es wirklich Sex mit einem Mädchen, an was er denkt? In einem schwarz-weiß Interview erklärt er, man müsse einfach klug genug sein, seine wahre Identität in der Schule zu verbergen. Sonst würde man seines Lebens nicht mehr froh. Weitere Interviews folgen: \Uneven Steven\ erzählt von der Zuneigung und dem Engagement seiner Familie, was ihn sehr rührt, was es ihm aber unmöglich macht, zuhause seine Schwierigkeiten mit den Mitschülern zu gestehen. Er will die Familie und ihren Glauben an ihn nicht immer wieder enttäuschen. Melody spricht von Problemen, die so komplex seien, dass man sie mit niemandem teilen könne; keinesfalls mit Erwachsenen. Sean erzählt dem Vertrauenslehrer, dass sich seine Familie gegen ihn gewandt habe, seit sie wisse, dass er schwul sei. Der Vater halte es für eine \Phase\, die Mutter wolle sich mit ihm nicht mehr sehen lassen, der Bruder markiere derweil den perfekten Sohn. Nach dem Gespräch zieht Sean sich in die Besenkammer zurück und kifft. Er ist verbittert und durcheinander. In der Bibliothek erreicht Marcus der Tratsch: Seine Schwester sei schwanger. Wütend macht er sich auf die Suche nach ihr. Sean trifft Luke auf dem Klo. Er küsst ihn, fragt, warum er ihn vor seinen Freunden verleugne. Und auch wenn Luke Sean nach dem Kuss wütend aus dem Toilettenraum schmeißt: Luke ist schwul - und Steven hat alles gehört. Luke entdeckt Steven und verprügelt ihn. Blutend und verzweifelt schleppt Steven sich durch die Schulflure. Die einzige, die sich um ihn kümmert, ist Kelly. Sie reicht ihm ein Taschentuch, so wie sie fast allen Mitschülern stets ein Lächeln oder einen Moment des Mitgefühls schenkt. Luke schreit Sarah an, bis diese weinend davonzieht. Gleichzeitig hält Melody es nicht mehr im Unterricht aus. Sie lässt sich befreien und setzt sich im Lichthof auf eine Bank. In ihrem Kopf spielt sich immer wieder die selbe Szene ab: Ihr Bruder Marcus kommt nachts zu ihr ins Bett. Sie wehrt sich, schreit und weint - aber er vergewaltigt sie. Sie erzählt, Marcus habe sie angefasst, seit sie 13 war. Vor kurzem erst habe er sie vergewaltigt. Jetzt ist sie schwanger. Marcus findet die weinende Melody und schlägt sie zu Boden. Als er aus der Schule rennt, kommt er an Kelly vorbei und man sieht die letzten Szenen noch einmal aus ihrer Sicht: Die weinende Sarah. Steven, dem sie einen Funken Hoffnung zurückgibt. Marcus, der sie nicht einmal bemerkt. Und seine Schwester, die er schluchzend zurücklässt. Kelly sieht sich um: Ihre hübsche Schule. Ihr sonnendurchfluteter Schulhof. Sie hat genug. Noch einmal laufen vor ihren Augen die Szenen ab, in denen Marcus sie zurückweist, obwohl sie so verliebt in ihn ist. Kelly sperrt die Tür der Toilette ab und nimmt eine Schere. Sie schneidet sich die Pulsadern auf. - Es ist 2 Uhr 37. Als der Hausmeister die Tür öffnet, ist es zu spät. Die sechs Teenager, die man den Tag über beobachten konnte, kommentieren Kellys Tod: Keiner versteht, warum sie nie etwas gesagt hat. Besonders Marcus regt sich darüber auf. Offenbar hat er keine Ahnung, dass er die Ursache dieses Selbstmordes war. Eine Kommunikation zwischen den Schülern hat nicht stattgefunden. Weder an diesem, noch an einem der vielen anderen Tage, die sie zusammen in der Schule verbrachten.
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